AVVA radikal-digital

Schrift 14 im Februar 2019

Institut: Bauingenieurwesen
Autor: Div.
ISBN: 9783903024892
Seitenanzahl: 56
Herausgeber: TU Verlag
Erscheinungsort: Wien 19.99998

EUR 20,00

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Art.Nr. Platt14

AVVA radikal-digital

AVVA radikal-digital
Schrift 14 im Februar 2019

Institut: Bauingenieurwesen
Autor: Div.
ISBN: 9783903024892
Seitenanzahl: 56
Herausgeber: TU Verlag
Erscheinungsort: Wien


Schriftenreihe der österreichischen Plattform 4.0

AVVA radikal-digital
Überlegungen zu Ausschreibung Vergabe Vertrag Abrechnung
Was erwartet uns in 5-10 Jahren?
Provokation zur Diskussion!

Schrift 14 im Februar 2019


Einleitung aus wissenschaftlicher Sicht

Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Gerald Goger
Forschungsbereich Baubetrieb und Bauverfahrenstechnik
Institut für Interdisziplinäres Bauprozessmanagement

Für die aktuelle Schrift der Plattform 4.0 haben die beiden Autoren Dipl.-Ing. Harald Christalon und Hon.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Wilhelm Reismann bewusst den durchaus provokanten und visionären Titel „AVVA radikal – digital“ gewählt. Dabei legen die beiden Autoren Reismann und Christalon „den Finger in die offenen Wunden“ der Bestrebungen einer durchgängigen Digitalisierung von Planen, Bauen und Betreiben entlang der Wertschöpfungskette von Bauprojekten. Nimmt man den Gedanken der Digitalisierung im Bauwesen nämlich wirklich ernst, erfordert dies aus Sicht von Wissenschaft und Praxis einen kompletten Kulturwandel in der Branche – und dieser kann gerade im Bereich von Ausschreibung, Vergabe, Vertrag und Abrechnung eben nur durch einen radikalen Neuanfang erfolgen.

Es genügt nicht – nach dem Motto „alter Wein in neuen Schläuchen“ – die bestehenden (vielfach bewährten, manchmal unbewährten und trotzdem traditionell gepflegten) Rituale entlang der AVVA-Prozesskette durch den zusätzlichen Einsatz von Softwares und digitalen Rechenalgorithmen zu unterstützen und zu verbessern. Nein, ein solch kurzsichtiger Ansatz einer „schlichten Unterstützung und Verbesserung bestehender Prozesse“ ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil eben die durchgängige Digitalisierung von Planen, Bauen und Betreiben und insbesondere der nutzbringende Einsatz von Building Information Modeling bei Bauprojekten mit traditionellen AVVA-Instrumenten schlichtweg nicht gelingen kann.

Derzeitig vorherrschende AVVA-Fehlentwicklungen bei der Abwicklung von Bauprojekten werden nicht durch eine Digitalisierung dieser Prozesse behoben werden können. „Schlechte Prozesse“ werden alleine durch ihre Digitalisierung nicht zu besseren Prozessen. Gerade die strikte Trennung von Planungs-und Bauprozessen, das oftmalige Phänomen der „baubegleitenden Planung“, die mangelnde Nutzung der baubetrieblichen Expertise von bauausführenden Unternehmen in der Planungsphase, projektspezifische (vielfach wechselnde und hoch komplexe) vertragliche Regelungen, von Projekt zu Projekt wechselnde Projektbeteiligte (wie z.B. örtliche Bauaufsicht, Projektsteuerung, begleitende Kontrolle) und der vielfach vernachlässigte Betrieb eines Gebäudes und/oder einer Infrastrukturmaßnahme stehen einer durchgängigen Digitalisierung der Wertschöpfungskette eines Bauprojektes derzeit diametral entgegen.

Div.


Harald Christalon
Gerald Goger
Wilhelm Reismann

 

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